Diddy, Dogg, West, Schmitz #3

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Nachdem Universal nun länger mit einer Erklärung für das Entfernen von Megauploads Werbevideo (wir berichteten) auf sich warten ließ, gibt es heute Neuigkeiten. Ars Technica berichtet:

Universal Music Group has responded to Megaupload’s request for a temporary restraining order barring the music giant from further interference with the distribution of its “Mega Song.” UMG insists that it had a right to take down the video—not under the Digital Millennium Copyright Act, as Megaupload had assumed, but under a private contractual arrangement between UMG and YouTube.

Ach ja, klar… wir sind natürlich alle sofort davon ausgegangen, UMG habe eine DMCA-Beschwerde eingereicht. Mitnichten! UMG hat nur im Zuge des VEVO-Deals ein Zusatzabkommen mit Google/YouTube getroffen, dass sie das Löschen von Content ab jetzt selbst in die Hand nehmen können, indem sie Zugriff auf das YouTube-Content-Management erhalten. Wie praktisch. Das ist also gar nicht ein fälschlicher Misbrauch von Rechtsmitteln, das ist schlicht gute, alte Zensur :-)

UMG underscored the point by including a letter UMG lawyer Kelly Klaus sent to YouTube on Wednesday. In that letter, Klaus wrote: “[...] As you know, UMG’s rights in this regard are not limited to copyright infringement, as set forth more completely in the March 31, 2009 Video License Agreement for UGC Video Service Providers, including without limitation Paragraphs 1(b) and 1(g) thereof.”

Warum das geht? Weil das Unternehmen sind, keine Behörden. Das Werbevideo passte UMG halt irgendwie nicht, weil es eben von Megaupload stammt. Das ist der gesamte Grund, und wie es scheint laut deren Vereinbarung mit YouTube auch ausreichend legitim.

Vielleicht sollten sich die ganzen Blogosphere-Hipster-Post-Privacy-Verfechter das nochmal vor Augen führen: klar sind Facebook, Twitter, YouTube und co. für irgendwen, irgendwie praktisch nutzbar, keine Frage. Aber das im letzten Jahr so viel beschworene demokratische Moment des Netzes, das angeblich eben durch diese Plattformen zustande kam (siehe Occupy, siehe Ägypten etc.), ist so nur durch Dezentralisierung auch zu erhalten. In dem Moment wo Facebook Inc. genug Zucker in den Arsch geblasen wird, könnt ihr euch euren freien Meinungsaustausch dort gepflegt an den Hut stecken. Oder bei Twitter. Oder bei jedem anderen Unternehmen.

Das ist alles käuflich, der Preis ist nur noch nicht ausgehandelt.

Von: Mo am um Uhr. RSS 2.0 feed zu diesem Eintrag.

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